Laptops abwerfen macht noch keine Schule
Dank fallender Preise für Computerhardware rückt der breite Einsatz von Laptops in Klassenräumen in greifbare Nähe. Doch wie steht es um den bekanntesten Ansatz, die „One Laptop per Child”-Initiative und ihr anvisiertes Ziel, allen armen Schülern auf der Welt einen 100-Dollar-Laptop zur Verfügung zu stellen?
Wenn ich mich in den letzten Jahren mit technologieunterstützter Bildung in Entwicklungsländern auseinandergesetzt habe, bin ich immer wieder auf den von Nicholas Negroponte initiierten 100-Dollar-Laptop gestoßen. Durch geschicktes Marketing – in der Regel mit Bildern von strahlenden Kindergesichtern und quietschgrünen Laptops – brachte er das schwierige Bildungs- und Technologiethema in Zeitung und Fernsehen. Das letzte Beispiel für einen seiner medienwirksamen Auftritte war im Juni auf dem UN Social Innovation Summit 2011 zu bewundern, als er erklärte, Tablet-Rechner einfach per Helikopter über Gebiete abzuwerfen in denen es keine Schulen gibt:
„So you’ve got a hundred and fifty to two hundred million kids [not going to first grade], and so here’s the question: Can you, either literally or metaphorically, drop out of a helicopter, which is exactly what we plan to do, with tablets into village, where there is no school, but there’s kids, at least eight to ten kids?“. [1]
Dieser im wahrsten Sinne des Wortes „top-down“-Ansatz veranlasste mich schließlich seine Aktivitäten rund um den 100-Dollar-Laptop kritisch zu betrachten. read more